Martin Adler - Kommunikation - Sprache
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Was genau ist Sprache?  

   Ääääh ... wie bitte?

Definition in Wikipedia: Unter Sprache versteht man die Menge, die als Elemente alle komplexen Systeme der Kommunikation beinhaltet. Der Term wird meist verwendet, um anzuzeigen, dass konkrete Zeichensysteme Elemente dieser Menge sind ...

   Ein wenig volkstümlicher, bitte!

Ich versuche es ein wenig bodenständiger. Eine Sprache ist ein Mittel zur Kommunikation. Eine Sprache wird immer von einer bestimmten Gruppe gleich oder ähnlich verstanden, z.B.
Gesprochene und geschriebene Sprache - von Menschen, die die jeweilige Sprache beherrschen
Deutsch - wird von Deutschen, Österreichern, Schweizern und allen, die Deutsch gelernt haben verstanden
Deutscher Jargon - ein Deutsch mit besonderen Worten, die z.B. nur in Pflegeeinrichtungen verstanden werden
Deutsche Fremdwörter - werden of nur von bestimmten Bildungsschichten verstanden
Denglisch - wird besonders von jungen Deutsch-Könnern verstanden
 
Körpersprache - von Menschen, die aus vergleichbaren Kulturkreisen stammen
So heißt z.B. Kopfschütteln bei uns "nein", in Bulgarien und in Teilen von Nordindien jedoch "ja"
Die "Null" mit Zeigefinger und Daumen dargestellt kann in manchen Gegenden der Erde massive Konflikte zur Folge haben. Bei uns bedeutet das Null-Zeichen meistens "hervorragend"
 
Bildsprache - auch Bilder werden gemeinsam von Menschen verstanden, die aus vergleichbaren Kulturkreisen stammen
Ein Bild mit einem verletzten Menschen oder mit Menschen, die sich gegenseitig in den Arm nehmen, wird wohl in fast allen Kulturen verstanden
Ein Bild mit einem roten Kreuz darauf wird in den meisten Ländern als das helfende Rote Kreuz identifiziert; in einigen muslimischen Ländern wird es als unerwünschte Konfrontation mit dem Christentum gesehen, weshalb dort der Rote Halbmond als Symbol gewählt wurde
Bilder mit Gegenständen darauf, die der Betrachter noch nie gesehen hat, haben ohne Kommentierung oft einen geringen sachlichen Nährwert

Die Elemente der Sprache.  

Die kleinsten sinnvollen Einheiten unserer Sprache sind meist Worte. Worte entsprechen einem kleinen Bild; selbst geschriebene Worte identifizieren wir als Bild. Deshalb können wir das Sätzchen

Mien Bircshdilm ist dkfeet.

meist ohne großen Aufwand lesen. Stimmt's? Es genügt meist, wenn der erste und der letzte Buchstabe eines Wortes an der richtigen Stelle steht, um das richtige Bild des Wortes entstehen zu lassen.

Worte werden unter Anwendung einer Grammatik zu Sätzen zusammengesetzt, um komplexere Informationen ausdrücken zu können. "Gibst du mir bitte den Löffel?" ist schließlich viel motivierender als nur "Löffel!", was durchaus auch in einigen Haushalten die Umgangsform der Wahl ist.

Der Ton macht die Musik.  

Wenn Sie jetzt glauben, dass damit alle Möglichkeiten für Missverständnisse ausgeräumt wären - weit gefehlt.

Eine andere Betonung in einem Satz kann den Sinn total ändern.

"Ist das genug für Sie?"

heißt etwas anderes wie

"Ist das genug für Sie?"

   Punkt, Punkt, Komma, Strich ... .

Auch die Interpunktion kann den Sinn einer Aussage verändern:

Es schrieb ein Mann an eine Wand, zehn Finger hab ich an jeder Hand - fünfundzwanzig an Händen und Füßen.

oder alternativ

Es schrieb ein Mann an eine Wand,
zehn Finger hab ich,
an jeder Hand fünf,
und zwanzig an Händen und Füßen.

   Paraverbale Signale.

Last but not least gibt auch die Melodie, die Geschwindigkeit und die Tonlage Ihrer Stimme dem Geäußerten einen zusätzlichen Sinn mit.

   Fazit.        

Bei so vielen Einflussfaktoren ist es wohl kaum möglich, unmissverständlich zu kommunizieren - besonders, wenn der Sender und/oder der Empfänger "schlecht drauf" ist. Das Missverständnis ist - laut Herrn Prof. Watzlawick - eher der Normalfall. Um diesen besonderen Tücken aus dem Weg zu gehen, sollten wir es mal mit Liebe probieren!

Noch Fragen? eMail an Martin Adler!

 

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