Martin Adler - Kommunikation - der Begriff
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   Kommunikation - die Verständigung untereinander.

   Wie verständigen sich Lebewesen miteinander?

Mit der Stimme - mit lauten, leisen, schrillen, sanften, schnellen und langsamen Lauten
 
Mit den Gliedmaßen - mit zurückhaltenden, ausladenden, ruhigen und hektischen Bewegungen
 
Mit der Körperhaltung - in aufrechter, zusammengesunkener, steifer und lockerer Haltung
 
Mit dem Gesichtsausdruck - freundlich, wütend, traurig, fröhlich, positiv, skeptisch, offen und verschlossen
 
Mit dem Blick - mit festem, unsicherem, ruhigem, nervösem oder gar keinem Blickkontakt
 
Mit Worten und in Sprachen - was den fortgeschrittenen Lebewesen vorbehalten ist

   Wann immer ich bin - ich kommuniziere!

"In Gegenwart eines anderen Menschen kann man nicht nicht kommunizieren." Jede Kommunikation ist Verhalten und jedes Verhalten ist Kommunikation; so, wie es nicht geht, sich nicht zu verhalten, gelingt es nicht, keine Informationen miteinander auszutauschen.

"Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt." Jede Verständigung kann unter einem Beziehungsgesichtspunkt und unter einem sachlichen Gesichtspunkt betrachtet werden; die Beziehung bestimmt immer, was der Empfänger in der Sache verstehen wird. In dieser Tatsache findet sich die klassische Quelle von Streit und Missverständnissen.

"Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung." Am einfachsten ist dies mit einem kleinen Beispiel erklärt:
Der Ehemann zieht sich zurück und kommuniziert damit, dass er für sich sein will
Seine Frau reagiert und nörgelt über diesen Zustand, um ihre Unzufriedenheit kundzutun
Der Mann reagiert und zieht sich zurück und kommuniziert damit, dass er für sich sein will
Die Frau reagiert und nörgelt über diesen Zustand, um ihre Unzufriedenheit kundzutun
... und so wird es endlos weiter gehen, wenn kein Eingreifen erfolgt
 
Jede der Kommunikationshandlungen ist also Anlass und Folge

Prof. Paul Watzlawick, 1921 - 2007, österreichischer Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe, Philosoph und Autor.

   Inhalts- und Beziehungsaspekt einer Nachricht - oder - Die vier Seiten einer Nachricht.

Prof. Watzlawick meinte, dass das Missverständnis eher der Normalfall in der Kommunikation sei - begründet vor allem durch die Beziehung der Kommunizierenden. Prof. Friedemann Schulz von Thun hat sich mit diesem Phänomen tiefer gehend beschäftigt. Heraus kamen dabei vier Aspekte, aus denen eine Nachricht besteht und die verantwortlich für dieses Phänomen sind:

Die Sache
über welche Sache möchte der Sender reden?
was versteht der Empfänger, worüber geredet wird?
 
Die Selbstoffenbarung
was möchte der Sender über sich sagen?
was versteht der Empfänger, was der Sender über sich sagen möchte?
 
Die Beziehung
was sagt der Sender über seine Beziehung zum Empfänger?
was versteht der Empfänger, was der Sender über seine Beziehung zu ihm sagt?
 
Der Appell
Was will der Sender, was der Empfänger tun soll?
Was versteht der Empfänger, was der Sender von ihm möchte?

Damit kann z.B. die Frage geklärt werden, warum der Hinweis des Beifahrers "Es ist grün." häufig zu Verstimmungen führt:

   Was?        /      Wer?
 
Sender (Beifahrer)
 
Empfänger (Fahrer)
 
Sache
 
Die Ampel zeigt grünes Licht
 
Die Ampel zeigt grünes Licht
 
Selbstoffenbarung
 
Ich habe es eilig
 
Dem Sender geht es zu langsam
 
Beziehung
 
... egal, was er tatsächlich sagen möchte ...
 
Der Sender glaubt wohl, ohne ihn werde ich nicht zum Ziel kommen; er bevormundet mich
Appell Fahren Sie los Der Sender meint, ich solle endlich losfahren

Das grau hinterlegte Kästchen zeigt den Knackpunkt auf. Können Sie jetzt nachvollziehen, weshalb es eine durchaus kritische Frage ist, wenn der fußballspielschauende Ehemann seine Frau fragt "Du Emma, ist noch Bier im Kühlschrank?"

Prof. Friedemann Schulz von Thun 1944 - heute, deutscher Psychologe und Kommunikationswissenschaftler.

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